Freitag, 28. September 2007

Erste Tage am College

Musik: Haste to the Wedding Part II von The Corrs
Gemütsstimmung: erschöpft
Aufenthaltsort: St. James's Hospital, Examination Hall, Burke Theatre

So... College hat angefangen!

Am Mittwoch war vormittags eine Orientierungsveranstaltung für die Molekularmediziner. Die Begrüßung war sehr nett und es machte den Eindruck, als ob man sich hier wirklich um die Studenten kümmert. Es gab Stundenpläne und ein Programm und nach einer Tour durch das Institute of Molecular Medicine (ja, wir haben unser eigenes Institut!), welches wirklich sehr gut ausgerüstet zu sein scheint, gab es sogar Lunch für uns!

Wie üblich musste ich wieder gleich am ersten Tag einen bleibenden Eindruck hinterlassen, obwohl es diesmal wenigstens nicht meine eigene Schuld war. Unser Kurs-Koordinator, den ich schon einmal in Göttingen getroffen hatte, weil Göttingen und Dublin zu einem gemeinsamen Eurolife-Projekt gehören, hatte nichts besseres zu tun als mich, während alle rumstanden und aßen, dem kompletten Kurs als Jennifer aus Deutschland vorzustellen. Großartig, jetzt kennt jeder meinen Namen und ich muss immer fragen wie alle heißen.

Nach diesem netten Start ging es dann gleich (unerwartet) ans Eingemachte. Hatten wir doch gleich am ersten Tag nachmittags Vorlesungen! Und direkt die erste Vorlesung war eine totale PowerPoint-Totschlägervorlesung. Anscheinend gibt es solche nicht nur in Deutschland. Gott sei dank waren die folgenden Vorlesungen und die am nächsten Tag besser. Für die ersten beiden Tage war das aber schon ganz schön viel und das Studium hier wird sicher kein Spaziergang. Sprachprobleme hatte ich bisher glücklicherweise kaum (jedenfalls nicht in der Vorlesung, wenn jemand anfängt so richtig Irisch zu sprechen, dann schon).

Eine Sache, die mich ein wenig geschockt hat, war als ich erfahren habe, dass man in den Klausuren mehrseitige Essays zu den Fragen schreiben muss. Also nicht so wie in Deutschland seine paar Multiple Choice Kreuzchen machen oder Ein-Satz-Antworten schreiben... Auf der einen Seite finde ich das gut, weil man da wesentlich besser beurteilen kann, ob der Student den Sachverhalt verstanden hat, andererseits jagt es mir ganz schön Respekt ein.

Heute habe ich mich dann immatrikuliert. Man geht hier nicht einfach irgendwann ins Studiensekretariat, wie ich Deutschland, sondern an einem festgelegten Termin in die riesengroße Examination Hall (architektonisch wesentlich beeindruckender als das Studentensekretariat), wo man sich dann an eine gigantische Schlange einreihen darf. Man steht hier wirklich auf's Schlangestehen... Das Einschreiben war unproblematisch. Man gibt seine Daten am ersten Tisch auf (wo sie erstmal aus der Hagener Straße die Hagener Street gemacht haben, was ich dann korrigieren musste), bekommt am zweiten Tisch einen Stempel, dass die Studiengebühren bezahlt sind (bzw. übernommen werden) und dann wird noch ein Photo gemacht (von einem Photographen, nicht per Selbstauslöser wie in Göttingen) und man bekommt seinen Studentenausweis und eine Menge Informationsmaterial:

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Was mir am Besten gefallen hat ist der tolle Collegekalender, wo alle wichtigen allgemeinen Termine drinnen stehen und man noch seine eigenen reinschreiben kann. Das ist definitiv nützlich. (Für Hans: Schatz, du brauchst mir dieses Jahr keinen Kalender zu Weihnachten schenken...)

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Leider konnte ich mich bei der Online-Einsicht in meine Daten überzeugen, dass meine Eltern immer noch in der Hagener Street wohnen...

In der Examination Hall hatte auch der College Health Service einen Stand. Ich weiß jetzt endlich, dass ich außer der European Health Card, die ich von meiner deutschen Krankenkasse bekommen habe, nichts weiter brauche. Dafür, dass das im Vorfeld so eine Hektik war mit der Krankenversicherung, hat es sich als überraschend unkompliziert herausgestellt. Die Frau vom Health Service hat mich erstmal für eine Amerikanerin gehalten, da war ich ganz schön beleidigt. Es war zwar nett das Kompliment zu bekommen, dass mein Englisch nicht eine Spur von deutschem Akzent hätte, aber Amerikanerin? Vielleicht klinge ich jetzt ein bisschen kanadisch, weil ich seit 2 Wochen mit einer Kanadierin zusammenwohne, aber die ist auch immer sauer, wenn sie für eine Amerikanerin gehalten wird.

Nachmittags gab es dann noch eine große Begrüßungsveranstaltung für alle Postgraduierten. Der große Unterschied zwischen deutscher Uni und irischer ist mir da erneut deutlich geworden. Die Uni hier ist wie eine kleine, separate Stadt. Es gibt eine eigenen Arztpraxis, eine eigene Kirche mit unterschiedlichen Konfessionen und auch sonst noch alles mögliche. Außerdem wurde während der Veranstaltung deutlich, dass der Student hier zahlender Kunde ist (nicht nur harmlose 500 € wie in Deutschland...). Es gibt ein riesiges Angebot an Hilfseinrichtungen und Sonderkursen.

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Rachael und ich wieder zusammen gekocht und ich lerne ganz viele neue Gemüsesorten kennen. Heute habe ich etwas gegessen, was "Squash" heißt. Anscheinend ein Kürbisgewächs. War sehr lecker.

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Dienstag, 25. September 2007

Co. Wicklow und Neuigkeiten zur Wohnungslage

Musik: Unter dem Meer aus Arielle
Gemütsstimmung: ekstatisch
Aufenthaltsort: Co. Wicklow

Heute war einer der ereignisreichsten Tage meinen ganzen Lebens. Aber erst mal zu gestern. Rachael hatte gestern das Bedürfnis ihr Fahrrad zu putzen und nunja, das Fahrrad war danach sauber, Rachael nicht mehr:

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Heute morgen sind wir dann früh aufgestanden, weil wir ins County Wicklow fahren wollten. Wicklow liegt südlich von Dublin und soll wunderschöne Berglandschaften haben. Wir sind allerdings an die Küste gefahren, weil der DART (Eisenbahn) dort hinfährt. In unserem Lonely Planet Reiseführer wird eine 7 km lange Route von Bray nach Greystones empfohlen, die die Küste entlangführt. Außer Rachael und mir ist noch Christoph, der auch DAAD-Stipendiat ist und den ich auf dem Stipendiatentreffen in Bonn kennengelernt habe, mitgekommen. Er hat uns morgens um 9h bei uns zuhause getroffen und wurde gleich am frühen morgen mit Margaret in ihrem pinken Bademantel geschockt. Außerdem hat sie geguckt als würde sie gleich alle auffressen. Aber hätte ich den armen Chris vor der Tür stehen lassen sollen während wir unsere Schuhe anziehen oder was?!?!?

Nach einigem umherirren hatten wir dann auch endlich den richtigen Zug lokalisiert und unsere Reise konnte losgehen. Schon auf der 30-minütigen Zugfahrt konnten wir die irische Küstenlandschaft bewundern.

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Wir sind durch Bray gewandert (der gälische Name ist Bré... erinnert das sonst noch jemanden an Herr der Ringe?) und bald auf der Küstenpromenade gelanded.

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Von dort aus sind wir dann die 7 km bis Greystones gewandert und die Landschaft war einfach unbeschreiblich. Ich habe natürlich ganz viele Photos gemacht. Eine kleine Auswahl ist hier im Blog zu sehen, mehr findet sich hier.

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Irland auf dem Lande ist definitiv etwas anderes als Dublin und es gefällt mit noch besser. In Greystones haben wir dann eine leckere Suppe gegessen.

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Von Greystones sind wir mit dem Bus zurück nach Bray gefahren, wobei wir ein wenig das Landesinnere gesehen habe inklusive meiner ersten irischen Schafe!!!

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Von Bray ging es dann zurück nach Dublin. Wir werden definitiv noch weitere Ausflüge in die Umgebung unternehmen.

Zurück in Dublin haben wir dann noch 1 1/2 Stunden in einem doch eher Zwielichtigen Bezirk verbracht, nur um nach Hause zu gehen, ohne dass Rachaels Handy funktioniert. Es fängt an zu nerven.

Auf dem Weg aus der Innenstadt nach Hause haben wir dann einen Anruf bekommen, dass wir die Zimmer in dem anderen Haus, welches wir uns nachdem Margret ihren Anfall hatte, angesehen haben zu einem bezahlbaren Preis bekommen können. Es ist zwar etwas teuer als unsere jetzige Unterkunft, hat aber viele Vorteile. Weiteres dazu wenn wir Samstag in einer Woche einzigen (vielleicht auch schon eher). Wir sind dort heute noch mal hingelaufen, um Einzelheiten zu klären. Wir waren so glücklich, dass wir auf dem Weg dorthin Disney-Lieder gesungen haben (bilingual natürlich, Rachael auf Englisch, ich auf deutsch). Unterwegs waren lauter Münzen auf der Straße, wo dann diese "Sternentaler-Bilder" enstanden sind.

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Und weil es so ein wahnsinnig langer Tag war und ich morgen meinen ersten Unitag habe, werde ich jetzt ins Bettchen!

(Umzugsbedingt kann es sein, dass ich für die nächsten paar Tage kein Internet haben werde.)

P.S.: Christoph hat auch ganz viele Bilder auf dem Ausflug heute gemacht: Chris' Bilder

Samstag, 22. September 2007

Knapp der Obdachlosigkeit entgangen

Musik: I'm Going Slightly Mad von Queen
Gemütsstimmung: Leicht panisch
Aufenthaltsort: Gott sei Dank noch zuhause

Okay, unsere Vermieterin hat also einen Sprung in der Schüssel. Anscheinend hat sie ein Problem damit, dass unserer Einzug und unser ganzes Ordnung machen und Putzen (ja, wie schrecklich, wir putzen!!) so viel Unruhe im Haus verbreitet hat. Deswegen kam sie gestern Abend und hat uns mitgeteilt, dass das mit uns nicht funktionieren wird. Nachdem ich erstmal einen Anfall bekommen hatte (wir wohnen seit ein paar Tagen hier, natürlich ist während des Umzug ein wenig mehr Unruhe...) haben wir mit viel gut zureden und Verhandlungsgeschick sie davon überzeugen können, dass das nur die ersten paar Tage waren und wenn die Uni erstmal anfängt wird das eh alles ruhiger werden. Wenn sie das öfter tut müssen wir uns wohl doch noch nach etwas anderem umsehen. Schonmal jemand irgendwo rausgeflogen, weil er zu ordentlich war??? Jedenfalls haben wir uns mal ein wenig in den Wohnungsanzeigen umgesehen, da waren aber fast nur Wohnungsgesuche und keine Wohnungsangebote. Bleibt zu hoffen, dass sie es sich nicht doch wieder anders überlegt und uns doch noch raushaben will.

Weil unsere Waschmaschine noch nicht repariert ist und wir unser Vermieterin auf keinen Fall auf die Nerven gehen wollten, wollten wir heute in den Waschsalon gehen. Aber als wir gerade mit unserem Kram die Treppe runterkam sagte sie zu uns, dass sie in 10 Minuten weg sei und wir dann gerne waschen könnten. Wir sollten nur vor 17.00 Uhr fertig sein. Das haben wir dann auch gemacht.

Außerdem haben wir uns einen Co-op Shop angesehen, der nur 5 min von uns weg ist. Da muss man Mitglied werden für einen geringen Beitrag und kann dann dort immer Donnerstag und Samstag einkaufen. Sie hatten dort wundervolles Brot und gutes Obst/Gemüse, also werden wir das wohl tun. So müssen wir nicht immer zum Lidl. Sie haben auch lauter Öko-Produkte zu annehmbaren Preisen.

Bis auf diese absolut gestörte Geschichte mit der Wohnung, ist alles soweit okay. Ich war im Fees Office und die haben registriert, dass meine Gebühren gezahlt werden und ich die Sportzentrumsabgabe gezahlt habe. Außerdem war ich in der Bücherei und hab mich da registriert. Unglaublich, wo man sich hier alles registrieren muss. Aber Iren haben halt gerne für alles ein extra Büro...

Kein Irland-Blog ohne einen Kommentar zum Wetter. Heute war das Wetter einfach bombig. Den ganzen Tag nur wunderschönen Sonnenschein. Auch sonst ist das irische Wetter ist nicht dauerhaft regnerisch und schlecht, wie immer behauptet wird. Es ist nur unglaublich wechselhaft. Man kann innerhalb eines vormittags alles von strahlendem Sonnenschein über plötzlich kalt und dann in Strömen gießend und anschließend wieder total warm haben. Ich bin quasi die ganze Zeit mich nur am umziehen.

Abends haben wir dann beschlossen mal die lokale Pubszene zu erkunden und während und die "Headline Bar" nicht so vielversprechend aussah sind wir dann auf einen Cider im "Bleeding Horse" gelandet. Auf dem Rückweg haben wir beschlossen mal irische Schokoladen/Schokoladenriegel/Süßigkeiten-Sorten durchzuprobieren, bisher hatten wir nur so normale Schokolade aus dem Lidl. Also gibt es jetzt ein Süßigkeitenticker:

Galaxy Minstels (Milchschokolade im Knuspermantel) - lecker
Cadbury Flake Praline (krümelige Milchschokoladenflocken mit Hazelnuss-Praliné) - ganz okay

Mittwoch, 19. September 2007

Linksverkehr

Musik: Oh, Sailor von Fiona Apple
Gemütsstimmung: Gelassen (jedenfalls abgesehen von dieser Fahrradfahrt)
Aufenhaltsort: In ganz Dublin umherirrend, auf der linken Straßenseite!

Die letzen zwei Tage hat sich alles ein wenig normalisiert und ein wenig Alltag ist eingekehrt. Rachael und ich haben noch lauter Besorgungen gemacht und wir haben anscheinend endlich jemanden gefunden, der Rachaels Handy (ein Blackberry...) entsperren kann. Wir haben ja auch in der ganzen Stadt gesucht. Gelandet sind in einer total merkwürdigen Gegend parallel zur O'Connell Street. Allerdings ist da auch ein Lidl, der somit in der Nähe einer Bushaltestelle liegt. Wir werden wohl unseren Großeinkauf in Zukunft dort machen, anstelle des anderen Lidls, auch wenn es weiter von Zuhause weg ist, weil die Verkehrsanbindung einfach besser ist. Wir werden sicher nicht noch mal den ganzen Weg vom Lidl zu Fuß latschen.

Heute habe ich mir ein Fahrrad gekauft. Für 55 €bin ich stolzer Besitzer von diesem Drahtesel:

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Da ich zusammen mit Rachael das Rad im Norden der Stadt gekauft habe und wir im Süden wohnen, konnten wir auch gleich eine große Radtour damit unternehmen. Nachdem ich mir in einer Tankstellenwerkstadt den Sattel runtermachen lassen hatte, ging unsere Abenteuerfahrt los. Das mit dem links fahren ging eigentlich, da wir nicht viel abbiegen mussten sondern nur geradeaus fahren mussten, aber der Verkehr war grausam (Rush-Hour). Glücklicherweise gab es den meisten Weg einen Radweg oder die Radfahrer wurden dazu angehalten auf der Busspur zu fahren. Abgesehen von etwas Herzrasen meinerseits und einem Bus, der Rachael geschnitten hat, ist aber doch alles gut gegangen. Trotzdem waren wir froh, als wir zuhause waren und ich werde mir garantiert so eine gelbe Warnweste kaufen, die hier viele Radfahrer haben!

Und weil wir immer so toll kochen und es gestern so unglaublich gut aussah, hier ein Bild von unserem Abendessen (vegetarischer Burger mit Pilzen, Salat und süßen Kartoffeln):

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Montag, 17. September 2007

Umzug

Musik: That Don't Impress Me Much von Shania Twain
Gemütsstimmung: Erschöpft
Aufenthaltsort: Wolseley Street, Cupboard on the Stairs

Gestern war es so weit und Rachael und ich sind in unser neues Zuhause in der Wolseley Street eingezogen. Auch wenn wir am Vorabend weg waren, mussten wir früh raus, weil wir um 10 Uhr das Zimmer in der Goldsmith Hall geräumt haben mussten. Von dort sind wir mit unseren Koffer mit viel Übergepäck mit dem Taxi zu unserer neuen Bleibe.

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Wolseley Street

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Unser Haus

Dort hat uns unsere Vermieterin, Margaret, im Bademantel empfangen... Bevor wir unsere Sachen einräumen konnten musste erst mal anständig geputzt werden. In der Küche war über all ein Fettfilm auf Allem und das "Degreasing" hat trotz Mr. Muscle (= Meister Proper) stundenlang gedauert. Irgendwann haben wir dann aufgegeben und am nächsten Tag Scheuerlappen gekauft, dass ging dann besser. Weil wir das Geschirr und die Töpfe nicht sauber bekommen haben, haben wir uns kurzerhand ein Geschirrset und ein Topfset gekauft, so teuer war das zum Glück nicht.


Bilder von der Wohnküche:
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Außerdem gab es Kissen und Decke mit einem "Matratzenschutz" im Angebot, was wir dann auch besorgt haben (wer weiß was da drin ist...) Nun werde zwar eher ich von dem Matratzenschutz vor der Matratze geschützt als die Matratze vor mir, aber gut...

Mein Zimmerchen:
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Rachaels Zimmer:
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Das Bad:
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Einen Mietvertrag haben wir immer noch nicht, dafür aber Internet. Allerdings erst für einen Computer, wir müssen uns noch einen Router besorgen.

Ein Konto in Irland zu eröffnen ist auch nicht ganz einfach. Man braucht dazu erst mal eine Adresse. Als Student kann man sich am College einen "Letter of Residence" holen, um nachweisen zu können, dass man nicht obdachlos ist. Als Normalsterblicher benötigt man dazu eine Stromrechnung an die Adresse oder etwas vergleichbares. Das mit dem Letter of Residence war auch nicht so ganz einfach. Zuerst war ich beim "Office of International Student Affairs", die aber nur für Undergraduates zuständig sind. Ich bin aber leider Postgraduate. Also hat man mich zur "School of Medicine" geschickt, die aber auch nicht zuständig waren und mich an das "Office for Molecular Medicine" verwiesen haben. Da dort aber keiner ans Telefon ging und sich dieses Büro im St. James's Hospital befindet, also gut 30 min zu Fuß vom College aus und ich darüber hinaus die Schnauze voll hatte, habe ich beim "Office of International Student Affairs" so lange genörgelt, bis man sich erbarmt hat und mir einen ausgestellt hat. Das Eröffnen des Kontos ging dann eigentlich ganz schnell.

Nachdem ich das irische Konto eröffnet hatte konnte ich dann auch endlich beim "Department of Education and Science" vorbeischauen und denen meine Daten geben, damit ich vielleicht dann auch mal mein Stipendiumsgeld von denen bekomme.

Und so kommt hier alles etwas zur Ruhe. Wir haben jetzt auch warmes Wasser. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir den richtigen Schalter gefunden haben. In Irland muss man nämlich für alles erstmal die Sicherung rein machen, bevor man es benutzen kann. Die Heizung hab ich heute auch angemacht, weil es in der Wohnküche kühl wurde. Nach einer halben Stunde tat sich immer noch nichts, aber als ich in mein Zimmer runter ging musste ich feststellen, dass es sowohl im Flur als auch in meinem und Rachaels Zimmer kuschelig warm war. Nur in der Wohnküche hat man noch immer gefroren. Ich frage mich, wer in Irland alles Schaltungen verlegen darf. Wahrscheinlich machen das die gleichen Leute in ihrer Freizeit, die Hauptberuflich Busfahrpläne bei der Dubliner Busgesellschaft machen. Wir mussten unseren ganzen Großeinkauf von Lidl bis nach Hause schleppen, weil wir keine Busverbindung finden konnten. (Wir wissen immer noch keine.)

Übermorgen soll jemand kommen, der diverse abgefallene Schranktüren repariert und die Waschmaschine in Ordnung bringt. Wir werden sehen!

Samstag, 15. September 2007

Reinschnuppern ins Dubliner Nachtleben

Musik: Witness von Sarah McLachlan
Gemütsstimmung: Ausgeruht
Aufenthaltsort: Templebar

Heute war erstmal Entspannung angesagt. Vormittags habe ich mich ausgeruht. Dann war ich wieder im Pub mit dem kostenlosen Wireless Hotspot, um da mit dem Laptop ein wenig online zu gehen. Anschließend habe ich mit Rachael den Lidl erkundet und so teuer sollte das mit dem Lebensmitteleinkauf nicht werden, wenn man dahin geht. Eigentlich nicht teuerer als in Deutschland.

Wir haben das Umziehen extra erst für morgen eingeplant, damit wir heute Abend noch in der Innenstadt wohnen und weggehen könnten. Wir sind in den Templebar Bezirk gegangen, dem totalen Touristenkneipenviertel.

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Straßenmusik im Temple Bar Bezirk

Da ich aber schlauerweise meinen Perso auf dem Zimmer gelassen hatte, kamen wir dort nicht in die Bar. Deswegen sind wir wieder zurück in Richtung Grafton Street gelaufen, wo wir dann in eine nicht ganz so touristisch besuchte Kneipe gegangen sind. Dort habe ich ein Guinness probiert (nur ein kleines) und eigentlich hat das ganz gut geschmeckt, was komisch ist, denn in Deutschland hat mich das nicht so vom Hocker gerissen. Also vielleicht ist es ja wahr, was man sagt: "Guinness doesn't travel well."

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Rachael und ich im Pub

Wir sind dann mit ein paar echten Iren ins Gespräch gekommen. Das war ganz lustig und sie konnten uns immerhin einen Tipp geben, wie wir am Besten zu unserem zukünftigen Zuhause kommen und dabei die zwielichtigen Bezirke umgehen.

Freitag, 14. September 2007

Wohnungssuche, Teil 2

Musik: Mrs. Robinson von Simon and Garfunkel
Gemütsstimmung: Etwas entspannter
Aufenthaltsort: Goldsmith Hall

Nachdem es gestern so spät geworden ist, habe ich etwas länger geschlafen. Um 9h bin ich dann mit einem Muskelkater und Blasen unter den Füßen aufgewacht.

Nach dem späten Start ging es wieder zum Accomodation Advisory Service. Rachael hatte noch ein paar andere Sachen zu erledigen und ist dann etwas später dazu gestoßen. Wir haben noch ein wenig durch Wohnungsangebote gestöbert, haben aber nichts wirklich Gescheites gefunden.

So sind wir dann um 2h zu unserem letzten Termin gegangen, den wir schon am Vortag ausgemacht hatten. Es handelte sich um eine absolute Traumwohnung mit moderner Küche und allen Annehmlichkeiten. Unglücklicherweise hätte man, was nicht in der Beschreibung stand, sich die Wohnung mit drei männlichen Chinesen teilen müssen... von denen bei der Besichtigung einer rauchend auf der Couch saß.

Wir waren eigentlich erleichtert, dass uns die Wohnung bzw. die Mitbewohner nicht gefallen haben, ansonsten hätten wir sie nämlich beide haben wollen. Da wir beide hungrig waren, haben wir uns ein Restaurant aus Rachaels Touristenführer rausgesucht (sie IST auf ALLES vorbereitet!!). Wir haben im "Cafe fresh" gegessen und wer behauptet, dass man in Dublin nichts Gescheites zu essen für sinnvolle Preise bekommt, hat nicht richtig gesucht. Für 7,30€ hatte ich ein riesiges Sandwich mit einem Salat dazu, das ich gerade mal halb aufbekommen habe und deren Reste auch noch als Abendessen gereicht haben.

Der Nachmittag verging wie im Flug, wir haben noch dies und das erledigt, und ehe wir uns versahen, war es Zeit zu unserer neuen Bleibe zu fahren, um das "formelle" zu erledigen. (Anmerkung: Irische Banken schließen jeden Tag um 16h und sind am Wochenende grundsätzlich zu!)

Nachdem wir uns im Accomodations Office erkundigt hatten, wie man mit dem Bus dahin kommt, haben wir uns auf den Weg gemacht. Wir mussten dann allerdings feststellen, dass die Angaben viel zu umständlich waren (wir hätten die Haltestelle direkt vor'm College benutzen können, stattdessen sind wir zwei Haltestellen weiter gelaufen) und man hat uns leider die falsche Richtung gesagt. Trotzdem haben wir den richtigen Bus ausfindig machen können. Allerdings ist das irische Bussystem sowas von total kompliziert und umständlich, dass ich da wohl noch mindestens ein Trimester brauchen werde, um wenigstens die Busse zu kennen, mit denen ich nach Hause komme.

Das mit dem Mieten ist in Irland anscheinend genauso organisiert wie alles andere. Eigentlich haben wir nur so einen Zettel mit Verhaltensregeln bekommen (von denen die meisten ohnehin alleine aus gesundem Menschenverstand klar sind), die Kaution bezahlt (wenigstens die haben wir quittiert bekommen) und beschlossen Sonntag morgen einzuziehen. Sonntag bekommen wir dann wohl noch ein Buch, in dem wir unsere Miete quittiert bekommen (die wir wöchentlich bar zahlen...) und müssen noch unsere Heimatadressen angeben, damit unsere Vermieterin weiß, an wen sie sich wenden muss, falls etwas passiert.

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In Irland geht alles streng geregelt zu!

Wir haben dann beschlossen um 21.20 Uhr zu Fuß zurück zum College zu laufen, um mal zu gucken wie sicher das spät abends so aussieht. Den Weg, den wir genommen haben, möchte ich alleine nicht unbedingt nehmen, weil da doch schon ziemlich viele Ausländer rumgelaufen sind (okay, ich bin ja selber einer...). Aber die meiste Strecke sah eigentlich ganz annehmbar aus. Und es liegt ja auch direkt am Griffith College, die Studenten müssen ja abends auch irgendwie nach Hause kommen.

Zurück im College haben wir dann angemeldet, dass wir Sonntag ausziehen wollen. Und weil man im Voraus bezahlen muss und wir beide für zwei Wochen gezahlt hatten, aber nur 4 bzw. 5 Tage geblieben sind, haben wir richtig schön viel Geld zurück bekommen.

Heute war "Dublin Culture Night 2007" und man konnte sich das "Book of Kells" (http://de.wikipedia.org/wiki/Book_of_Kells) und den "Long Room" (http://www.tcd.ie/Library/heritage/longroom.php) umsonst ansehen, die beide auf dem Campus sind. Diese Chance haben wir genutzt und noch kurz dort rein geschaut (sie waren kurz davor zu schließen, also war es ein relativ kurzer Besuch). Das Buch war beeindruckend, die ganzen Illustrationen müssen so ewig lange gedauert haben, weil sie unglaublich detailliert sind und den Long Room zu betreten war wie in eine andere Zeit einzutauchen und es hat total nach alten Büchern gerochen.

Ich bin dann heute früh ins Bett gegangen, weil die letzen paar Tage unglaublich anstrengen waren. Und ich haben so viel gemacht, dass es mir schon viel länger vor kommt, dass ich hier bin.

Donnerstag, 13. September 2007

Wohnungssuche

Musik: The New Wild West von Jewel
Gemütsstimmung: Zwischen völlig verzweifelt und ekstatisch
Aufenthaltsort: Im Pub

Das war mit einer der anstrengendsten Tage meines Lebens! Gleich morgens nach dem Aufstehen habe ich den "Accomodation Advisory Service" aufgesucht und anfangs habe ich mich gefragt, was das nur werden soll. Ich saß da in diesem Zimmer, wo es 2 Computer und 2 Telefone gab und wusste nicht, wie ich das Ganze angehen soll. Nachdem ich mir einige Inserate der Internetseite www.daft.ie rausgesucht hatte, über die angeblich der Großteil des Wohnungsmarktes in Dublin abläuft, habe ich ein paar Anrufe gemacht und hatte schonmal einige Termine. Dennoch fühlte ich mich recht verloren.

Erst als ich mich mit der Loraine, einer Irin, und Rachael, einer Kanadierin, zusammengetan habe, kam so richtig Schwung in die Sache. Ich kann auf jeden Fall empfehlen, sich bei der Wohnungssuche mit anderen Leuten zusammen zu tun. Ob man hinterher zusammen unterkommt ist etwas anderes, aber es ist einfacher als Gruppe zu versuchen geeignete Unterkunft für drei Leute zu finden als Alles alleine zu machen. Man kann sich dann auch die Unterkünfte zusammen angucken, was bei einigen fragwürdigeren Angeboten durchaus angenehmer ist.

Während wir in der Weltgeschichte rumtelefoniert haben und Termine ausgemacht haben, habe ich das Gespräch einer Vermieterin mit ein paar deutschen Studenten (davon gibt es hier verdammt viele!) überhört, die ganz nett klang, also hab ich mich auch mal dazu gesellt und einen Termin für abends vereinbart.

Nach dem Mittagessen, bei dem Rachael und ich festgestellt haben, dass wir wirklich Ernährungskompatibel sind und das gleiche Brot und die gleiche Tütensuppe gekauft haben, habe ich dann den Termin bei einer WG, den ich schon in Deutschland ausgemacht hatte, nach vorne verschoben, weil unsere Planung sonst nicht mehr aufgegangen wäre. Diese Terminänderung hatte zur Folge, dass wir völlig überstürzt aufbrechen mussten. Um schnell an unserem Ziel, in der Nähe des St. James's Hospital, zu gelangen, sind wir mit dem LUAS gefahren. Der LUAS ist die Straßenbahn, die echt toll wäre, wenn er mehr als zwei Linien hätte und man damit zu mehr Orten gelangen könnte.

Die erste Wohnung war ganz nett, mein Zimmer wäre im Dachgeschoss gewesen und wirklich schön. Allerdings gab es für 5 Leute nur ein einziges Badezimmer. Außerdem war schon jemand vor mir da gewesen und ich wäre nur als Zweite auf der Liste gewesen. Das Ganze riss mich also nicht vom Hocker. (Wochen später habe ich erfahren, dass Isabel, eine DAAD-Stipendiatin, die ich beim Vortreffen in Deutschland kennengelernt hatte, in genau diesem Zimmer gelandet ist!)

Ab hier begann dann unser Laufmarathon. Wir hatten in unserer Eile leider keine Stadtkarte mehr besorgt, aber Rachael überraschte alle damit, dass sie ein GPS aus ihrer Tasche zog (ohne das wir wahrscheinlich immer noch diverse Orte suchen würden). Dies war der erste Hinweis darauf, dass die Gute absolut übervorbereitet auf alle möglichen und unmöglichen Situationen ist. Jedenfalls war es ziemlich lustig mit diesem Gerät durch die Gegend zu laufen.

Von der ersten Wohnung sind wir zu der Vermieterin gelaufen, die ich am morgen im Accomodation Advisory Service getroffen hatte. Das Haus liegt etwas außerhalb (etwa 2,5 km von Trinity College entfernt) und ist in einem Wohngebiet, das ziemlich irisch aussieht, mit lauter Pflastersteinhäuschen. Es gibt ein kleines Zimmer und ein größeres; außerdem eine gemütliche Wohnküche und im Dachgiebel ein kleines Bad. Im Erdgeschoss wohnt die Besitzerin, mit der man sich allerdings keinen Wohnraum teilt. Rachael und ich haben uns also zusammen für die Unterkunft angemeldet. Ich habe gesagt, dass ich auch den kleinen Raum nehmen würde, weil ich wahrscheinlich ohnehin mehr in der Wohnküche sein werde. Vor Ort haben wir dann auch noch Arini, eine Italienerin, kennen gelernt, die sich ebenfalls das Haus angesehen hatte.

Wir sind dann von dort aus alle zusammen mit dem Bus zurück in die Innenstadt gefahren, weil wir irrsinnig spät für unseren nächsten Termin dran waren. Noch auf der Busfahrt haben wir einen Anruf erhalten, dass Rachael und ich die Zimmer haben können. Wir haben natürlich sofort zugesagt, zumal besonders mein Zimmer mit 75€ die Woche für Dubliner Verhältnisse sehr günstig ist. Allerdings haben wir ausgemacht die Kaution und alles weitere am nächsten Abend zu regeln, so dass wir noch Gelegenheit dazu hatten am folgenden Tag nach etwas zu suchen, dass näher in der Stadt ist.

Unser nächster Termin, Loraine wollte sich eine Wohnung in der Temple Bar, dem Kneipenbezirk in Dublin, ansehen, ist wegen unser Verspätung ins Wasser gefallen, weil Loraine es zudem versäumt hatte anzurufen und Bescheid zu sagen, dass wir später kommen.

Unser letzter Termin war dann im Norden von Dublin, wo es einige Zimmer in brandneuen Wohnblock geben sollte, der ziemlich nah an Loraines College (sie geht nicht auf's Trinity) liegt. Nach einem irrsinnig langen Fußmarsch mit mehreren Schleifen waren wir dann auch irgendwann dort angekommen. Der Gemeinschaftsraum war auch großartig und super modern und es wäre eine Traumunterkunft gewesen, wenn da nicht die Größe der Zimmer gewesen wäre. Die Zimmer hatten ungefähr die Größe des Betts, mit absolut gar keinem Platz links und rechts daneben. Einige hatten nicht einmal einen Schrank. Rachael und ich waren uns einig, dass das nichts für uns sei. Loraine hingegen hat sich dazu entschieden in dem Wohnblock ein Zimmer zu nehmen, zusammen mit einigen Freunden.

Nachdem wir die großartige Leistung vollbracht hatten für uns alle drei innerhalb von nur einem Tag eine Unterkunft zu finden, sind wir glücklich zurück in die Innenstadt, wo sich Loraine verabschiedet hat. Rachael, die auch in der Goldsmith Hall untergebracht ist, und ich haben dann unsere Laptops geholt und sind in einen Pub mit kostenlosem Wireless Internet gegangen, um ein wenig mit der Heimat zu kommunizieren.

Um ca. 2h bin ich dann totmüde ins Bett gefallen.

Mittwoch, 12. September 2007

Reise nach Dublin

Musik: Caravanserai von Loreena McKennitt
Gemütsstimmung: Überwältigt
Aufenthaltsort: Goldsmith Hall

Was für ein Tag! Heute morgen bin ich um 4:00 Uhr aufgestanden und habe den letzen Rest meiner Klamotten eingepackt, nur um festzustellen, dass ich in meinem Eifer viel zu früh aufgestanden bin. Also habe ich mich noch mal hingelegt.

Meine Eltern haben mich zum Zug gebracht, der um 7:39 Uhr von Hagen über Köln Hbf. nach Köln/Bonn Flughafen ging. Am Kölner Hbf. waren dann natürlich erstmal das Gepäckband (vom Gleis runter) und die Rolltreppe (zum Gleis hoch) kaputt und ich, mit meinem 26 kg schweren Übergepäck-Koffer, brach mir einen ab. Glücklicherweise gibt es in Deutschland doch noch Kavaliere und ich musste meinen Koffer nie weiter als bis zu einem Drittel der Treppe schleifen!

Ich bin mit Germanwings nach Dublin geflogen und am Flughafen verlief eigentlich alles problemlos. (Meine 6 kg Übergepäck kosteten mich 42€... aber wenn ich das alles in Dublin hätte kaufen müssen, dann wäre es auch nicht billiger gewesen.) Am Gate habe ich dann Carmen getroffen, die BWL studiert und ein Auslandssemester am Griffith College in Dublin macht. So hatte ich gleich jemand Gleichgesinntes und die Reise machte gleich mehr Spaß.

In Dublin angekommen bin ich dann mit dem AirCoach (so ein Reisebusshuttle) vom Flughafen direkt zum Trinity College. Dort habe ich für die ersten zwei Wochen ein Zimmer auf dem Campus in der "Goldsmith Hall". Glücklicherweise wurde ich von zwei netten irischen Studenten vom "Accommodations Office", wo ich mich anmelden musste, zur Goldsmith Hall gefahren, der ganze Campus ist nämlich mit extrem hobbeligem Kopfsteinpflaster gepflastert, und ich bezweifle, dass mein Trolly das ausgehalten hätte...

Das Wohnheimzimmer ist, wenn man reinkommt und Richtung Fenster und Bett blickt, eigentlich ganz wohnlich, aber wenn man sich umdreht und zur Tür guckt, dann sieht es ein bisschen aus wie eine Gefängniszelle. Es ist aber tausend mal besser als ein 14-Bett-Zimmer in der Jugendherberge und es ist beruhigend, wenn man seine Sachen sicher weiß. Leider funktioniert der Kühlschrank nicht, d.h. also keine Milch oder sonstwas verderbliches.

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Alle behaupten ja immer in Irland würde es nur regnen, aber das stimmt gar nicht. Heute war es bedeckt aber trocken und richtig angenehme 20°C und so konnte ich im T-Shirt die Stadt ein wenig erkunden. Als erstes habe ich ein paar Lebensmittel im Spar-Markt gekauft, was unglaublich teuer war. Die habe ich dann zurück auf's Zimmer gebracht und bin anschließend die Grafton Street runter gelaufen. Dort habe ich mir dann erstmal eine irische SIM-Karte für mein Handy geholt, damit ich nicht unglaublich viel Geld zahlen muss, wenn mich jemand anruft, und ich außerdem besser erreichbar bin für die Wohnungssuche. Einen Regenschirm habe ich auch gekauft (für alle Fälle), der passte nämlich nicht mehr in den Koffer. Dann habe ich einen etwas billigeren Supermarkt im Einkaufszentrum am Steven's Green entdeckt, wo ich dann auch endlich Nudeln gefunden habe. Sogar Vollkornnudeln, die zur meiner Freude sogar billiger als die normalen Nudeln waren!
Oh, und die Straßenmusik ist besser. Ich habe ich eine Frau mit einer Harfe gesehen (so eine richtige große, nicht so ein Handding) und ein komplettes Streichquartett!!!

Nach meinem Shopping-Trip bin ich dann wieder zurück in Richtung College gelaufen und von da bis zum St. James' Hospital, wo ein Großteil meiner Lehrveranstaltungen stattfinden wird. Das hat etwa eine halbe Stunde gedauert. Allerdings bin ich immer wieder staunend stehen geblieben und habe Dublin bewundert. Die Gebäude sind unheimlich flach und selten höher als zwei Stockwerke. Außerdem ist alles total krumm und schief gebaut (inklusive des Asphalts auf der Straße), was total putzig aussieht.

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Typisches Stadtbild von Dublin

Auf der anderen Seite ragen dazwischen total imposante, alte Steinbauwerke empor. Und dazwischen stehen dann Ruinen. In einem Haus, das halb eingestürzt war, sind sogar Bäume gewachsen! (Das muss ich glaube ich noch photographieren.)

Ein paar Photos habe ich auch gemacht. Da wäre einmal das St. James's Hospital, was besser aussieht als das Göttinger Uniklinikum (kein großes Kunststück...), aber irgendwie klein wirkte. Aber vielleicht erstreckt sich das aber noch weiter nach hinten.

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St. James's Hospital

Dann bin ich an der Guinnes Brauerei vorbeigekommen, wo es auch so richtig nach Bierbrauen gerochen hat, so wie früher, wenn ich bei meinem Papa in der Andreasbrauerei beim Bierbrauen zugucken durfte.

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Guinness Brauerei

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Guinness Brauerei

Einen der Lidl's habe ich dann auch entdeckt, jetzt weiß ich, wo ich ab sofort einkaufen gehen werde. Die Lebensmittel in Irland sind so teuer, dass deutsche Discounter wie Aldi und Lidl sich, neben der lokalen Variante dem "Tesco", großer Beliebtheit erfreuen.

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Lidl

Außerdem noch als Beispiel für imposante Gebäude die Christchurch. Die ist so groß, dass sie leider nicht ganz auf's Bild gepasst hat.

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Christchurch

Danach war ich dann ganz endgültig müde und bin zurück zum Trinity College, von dem ich auch noch ein paar Photos gemacht habe:
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Trinity College Front Gate

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Trinity College

Wieder im Zimmer habe ich dann festgestellt, dass ich doch nicht ganz alleine in meinem 4-er Apartement bin. Ein Student aus Russland, Dimitri, der das Glück hatte auf dem Campus ein Zimmer zu bekommen, ist auch schon hier. Wir haben dann zusammen einen Tee in der Küche getrunken und ein wenig geplaudert.

Ins Bett bin ich dann viel zu spät und morgen wird es dann mit der Wohnungssuche losgehen, auch wenn ich wünschte, ich könnte die Zeit bis zum Studienbeginn einfach nur damit verbringen mir die Stadt anzusehen.


"What is this life that pulls me far away,
what is this home where we can not reisde?
What is this quest that pulls me onward,
my heart is full when you are by my side."

Loreena McKennitt, aus "Caravanserai"

Dienstag, 11. September 2007

Abend vor der Abreise

Musik: Rocky Road To Dublin von Waxies Dargle
Gemütsstimmung: Total hibbelig
Aufenthaltsort: Zuhause bei meinen Eltern

“Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus der Tür zu treten. Du betrittst die Straße, und wenn Du nicht auf Deine Füße aufpaßt, kann man nicht wissen, wohin sie Dich tragen", sagt Bilbo am Anfang von "Herr der Ringe" und ich schätze er hat damit wohl recht. Als ich vor drei Jahren von Zuhause ausgezogen bin, um in Göttingen zu studieren, wäre mir nicht in den Sinn gekommen, dass ich schon bald erneut die Zelte abbrechen sollte, um mein Studium in Dublin fortzusetzen. Und doch sitze ich nun auf gepackten Koffern und werde morgen auf die grüne Insel fliegen.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat die Planung für mein Abenteuer begonnen und es ist unglaublich, was man alles für ein Auslandsstudium organisieren muss! Erste Erfahrungen damit, dass nicht nur deutsche Bürokratie einen in den Wahnsinn treiben kann, sondern auch die irische, habe ich schon gesammelt. Besonders, dass man in Irland erst fünf Mal anrufen muss bevor überhaupt mal irgendetwas erledigt wird, und dass man immer erst alles fünf vor zwölf bekommt (manchmal auch erst danach).

Ich schreibe diesen Blog vor allem für diejenigen, die ich in Deutschland zurück lassen werde (dies scheint mir eine bessere Lösung zu sein als 20 Mal das Gleiche erzählen zu müssen), aber auch zur Information für andere Studenten, die einen Auslandsaufanthalt planen. Besonders wenden möchte ich mich an das in Deutschland noch seltene Exemplar des "Bachelors", der nicht nur ein Auslandssemester machen will, sondern gleich seinen kompletten Master-Abschluss. Natürlich ist auch sonst jeder herzlich eingeladen hier ein wenig herumzustöbern. Über Kommentare freue ich mich natürlich auch und brenne darauf den neusten Klatsch und Tratsch aus der Heimat zu erfahren.

Ich werde die ersten zwei Wochen in Dublin in einem Zimmer in der "Goldsmith Hall", auf dem Campus des Trinity Colleges, wohnen und in der Zeit eine dauerhafte Bleibe suchen. Ein Wohnheimzimmer für das ganze Jahr habe ich leider nicht bekommen, aber vielleicht klappt es ja noch über die Warteliste. Ansonsten muss ich mein Glück auf dem privaten Wohnungsmarkt von Dublin versuchen, was nicht ganz so einfach sein soll.

Ich bin schon völlig hibbelig und der Pessimist in mir ist fleißig damit beschäftigt sich Horrorszenarien auszudenken. Obwohl Kathrin, die das letzte Semester in Australien verbracht hat, ja sagt, dass man nach einem Semester im Ausland alles etwas lockerer sehen würde. Ich kann das nur hoffen! (Wunderschöne Bilder von Kathrins Australien-Semester gibt es übrigens hier.)

Die ersten paar Tage werden wahrscheinlich etwas hektisch sein und ich werde keine Zeit zum Schreiben haben. Wenn ich aber erstmal eine Wohnung/ein Zimmer gefunden habe, werde ich berichten, wie es mir in den ersten paar Tagen in der irischen Hauptstadt ergangen ist (hoffentlich mit Photos).

Slán, Jennifer


"It's a dangerous business, Frodo, going out of your door. You step into the Road, and if you don't keep your feet, there is no telling where you might be swept off to."
J.R.R. Tolkien, aus "Lord of the Rings"