Mittwoch, 12. September 2007

Reise nach Dublin

Musik: Caravanserai von Loreena McKennitt
Gemütsstimmung: Überwältigt
Aufenthaltsort: Goldsmith Hall

Was für ein Tag! Heute morgen bin ich um 4:00 Uhr aufgestanden und habe den letzen Rest meiner Klamotten eingepackt, nur um festzustellen, dass ich in meinem Eifer viel zu früh aufgestanden bin. Also habe ich mich noch mal hingelegt.

Meine Eltern haben mich zum Zug gebracht, der um 7:39 Uhr von Hagen über Köln Hbf. nach Köln/Bonn Flughafen ging. Am Kölner Hbf. waren dann natürlich erstmal das Gepäckband (vom Gleis runter) und die Rolltreppe (zum Gleis hoch) kaputt und ich, mit meinem 26 kg schweren Übergepäck-Koffer, brach mir einen ab. Glücklicherweise gibt es in Deutschland doch noch Kavaliere und ich musste meinen Koffer nie weiter als bis zu einem Drittel der Treppe schleifen!

Ich bin mit Germanwings nach Dublin geflogen und am Flughafen verlief eigentlich alles problemlos. (Meine 6 kg Übergepäck kosteten mich 42€... aber wenn ich das alles in Dublin hätte kaufen müssen, dann wäre es auch nicht billiger gewesen.) Am Gate habe ich dann Carmen getroffen, die BWL studiert und ein Auslandssemester am Griffith College in Dublin macht. So hatte ich gleich jemand Gleichgesinntes und die Reise machte gleich mehr Spaß.

In Dublin angekommen bin ich dann mit dem AirCoach (so ein Reisebusshuttle) vom Flughafen direkt zum Trinity College. Dort habe ich für die ersten zwei Wochen ein Zimmer auf dem Campus in der "Goldsmith Hall". Glücklicherweise wurde ich von zwei netten irischen Studenten vom "Accommodations Office", wo ich mich anmelden musste, zur Goldsmith Hall gefahren, der ganze Campus ist nämlich mit extrem hobbeligem Kopfsteinpflaster gepflastert, und ich bezweifle, dass mein Trolly das ausgehalten hätte...

Das Wohnheimzimmer ist, wenn man reinkommt und Richtung Fenster und Bett blickt, eigentlich ganz wohnlich, aber wenn man sich umdreht und zur Tür guckt, dann sieht es ein bisschen aus wie eine Gefängniszelle. Es ist aber tausend mal besser als ein 14-Bett-Zimmer in der Jugendherberge und es ist beruhigend, wenn man seine Sachen sicher weiß. Leider funktioniert der Kühlschrank nicht, d.h. also keine Milch oder sonstwas verderbliches.

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Alle behaupten ja immer in Irland würde es nur regnen, aber das stimmt gar nicht. Heute war es bedeckt aber trocken und richtig angenehme 20°C und so konnte ich im T-Shirt die Stadt ein wenig erkunden. Als erstes habe ich ein paar Lebensmittel im Spar-Markt gekauft, was unglaublich teuer war. Die habe ich dann zurück auf's Zimmer gebracht und bin anschließend die Grafton Street runter gelaufen. Dort habe ich mir dann erstmal eine irische SIM-Karte für mein Handy geholt, damit ich nicht unglaublich viel Geld zahlen muss, wenn mich jemand anruft, und ich außerdem besser erreichbar bin für die Wohnungssuche. Einen Regenschirm habe ich auch gekauft (für alle Fälle), der passte nämlich nicht mehr in den Koffer. Dann habe ich einen etwas billigeren Supermarkt im Einkaufszentrum am Steven's Green entdeckt, wo ich dann auch endlich Nudeln gefunden habe. Sogar Vollkornnudeln, die zur meiner Freude sogar billiger als die normalen Nudeln waren!
Oh, und die Straßenmusik ist besser. Ich habe ich eine Frau mit einer Harfe gesehen (so eine richtige große, nicht so ein Handding) und ein komplettes Streichquartett!!!

Nach meinem Shopping-Trip bin ich dann wieder zurück in Richtung College gelaufen und von da bis zum St. James' Hospital, wo ein Großteil meiner Lehrveranstaltungen stattfinden wird. Das hat etwa eine halbe Stunde gedauert. Allerdings bin ich immer wieder staunend stehen geblieben und habe Dublin bewundert. Die Gebäude sind unheimlich flach und selten höher als zwei Stockwerke. Außerdem ist alles total krumm und schief gebaut (inklusive des Asphalts auf der Straße), was total putzig aussieht.

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Typisches Stadtbild von Dublin

Auf der anderen Seite ragen dazwischen total imposante, alte Steinbauwerke empor. Und dazwischen stehen dann Ruinen. In einem Haus, das halb eingestürzt war, sind sogar Bäume gewachsen! (Das muss ich glaube ich noch photographieren.)

Ein paar Photos habe ich auch gemacht. Da wäre einmal das St. James's Hospital, was besser aussieht als das Göttinger Uniklinikum (kein großes Kunststück...), aber irgendwie klein wirkte. Aber vielleicht erstreckt sich das aber noch weiter nach hinten.

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St. James's Hospital

Dann bin ich an der Guinnes Brauerei vorbeigekommen, wo es auch so richtig nach Bierbrauen gerochen hat, so wie früher, wenn ich bei meinem Papa in der Andreasbrauerei beim Bierbrauen zugucken durfte.

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Guinness Brauerei

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Guinness Brauerei

Einen der Lidl's habe ich dann auch entdeckt, jetzt weiß ich, wo ich ab sofort einkaufen gehen werde. Die Lebensmittel in Irland sind so teuer, dass deutsche Discounter wie Aldi und Lidl sich, neben der lokalen Variante dem "Tesco", großer Beliebtheit erfreuen.

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Lidl

Außerdem noch als Beispiel für imposante Gebäude die Christchurch. Die ist so groß, dass sie leider nicht ganz auf's Bild gepasst hat.

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Christchurch

Danach war ich dann ganz endgültig müde und bin zurück zum Trinity College, von dem ich auch noch ein paar Photos gemacht habe:
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Trinity College Front Gate

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Trinity College

Wieder im Zimmer habe ich dann festgestellt, dass ich doch nicht ganz alleine in meinem 4-er Apartement bin. Ein Student aus Russland, Dimitri, der das Glück hatte auf dem Campus ein Zimmer zu bekommen, ist auch schon hier. Wir haben dann zusammen einen Tee in der Küche getrunken und ein wenig geplaudert.

Ins Bett bin ich dann viel zu spät und morgen wird es dann mit der Wohnungssuche losgehen, auch wenn ich wünschte, ich könnte die Zeit bis zum Studienbeginn einfach nur damit verbringen mir die Stadt anzusehen.


"What is this life that pulls me far away,
what is this home where we can not reisde?
What is this quest that pulls me onward,
my heart is full when you are by my side."

Loreena McKennitt, aus "Caravanserai"

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich freue mich auch immer wenn ich im Ausland einen Lidl entdecke! Hier daheim gehe ich da eigentlich so gut wie gar nicht hin, aber wenn man länger weg ist freut man sich doch ab und an auch mal gewohnte Produkte zu finden. mal ganz abgesehen davon, dass die meist eben auch billiger sind als die heimischen Ketten. Probiere zwar auch gerne die regionalen Besonderheiten aus, aber es ist doch gut zu wissen, dass ein Lidl in Europa nie allzuweit weg ist.

Jennifer hat gesagt…

Ich gehe auch selten zu Lidl in Deutschland. Aber seit ich zurück bin eher mal, weil man da auch internationale Produkte bekommt, die es in Deutschland sonst nirgendwo bekommt, an die man sich einfach gewöhnt hat...