Freitag, 14. September 2007

Wohnungssuche, Teil 2

Musik: Mrs. Robinson von Simon and Garfunkel
Gemütsstimmung: Etwas entspannter
Aufenthaltsort: Goldsmith Hall

Nachdem es gestern so spät geworden ist, habe ich etwas länger geschlafen. Um 9h bin ich dann mit einem Muskelkater und Blasen unter den Füßen aufgewacht.

Nach dem späten Start ging es wieder zum Accomodation Advisory Service. Rachael hatte noch ein paar andere Sachen zu erledigen und ist dann etwas später dazu gestoßen. Wir haben noch ein wenig durch Wohnungsangebote gestöbert, haben aber nichts wirklich Gescheites gefunden.

So sind wir dann um 2h zu unserem letzten Termin gegangen, den wir schon am Vortag ausgemacht hatten. Es handelte sich um eine absolute Traumwohnung mit moderner Küche und allen Annehmlichkeiten. Unglücklicherweise hätte man, was nicht in der Beschreibung stand, sich die Wohnung mit drei männlichen Chinesen teilen müssen... von denen bei der Besichtigung einer rauchend auf der Couch saß.

Wir waren eigentlich erleichtert, dass uns die Wohnung bzw. die Mitbewohner nicht gefallen haben, ansonsten hätten wir sie nämlich beide haben wollen. Da wir beide hungrig waren, haben wir uns ein Restaurant aus Rachaels Touristenführer rausgesucht (sie IST auf ALLES vorbereitet!!). Wir haben im "Cafe fresh" gegessen und wer behauptet, dass man in Dublin nichts Gescheites zu essen für sinnvolle Preise bekommt, hat nicht richtig gesucht. Für 7,30€ hatte ich ein riesiges Sandwich mit einem Salat dazu, das ich gerade mal halb aufbekommen habe und deren Reste auch noch als Abendessen gereicht haben.

Der Nachmittag verging wie im Flug, wir haben noch dies und das erledigt, und ehe wir uns versahen, war es Zeit zu unserer neuen Bleibe zu fahren, um das "formelle" zu erledigen. (Anmerkung: Irische Banken schließen jeden Tag um 16h und sind am Wochenende grundsätzlich zu!)

Nachdem wir uns im Accomodations Office erkundigt hatten, wie man mit dem Bus dahin kommt, haben wir uns auf den Weg gemacht. Wir mussten dann allerdings feststellen, dass die Angaben viel zu umständlich waren (wir hätten die Haltestelle direkt vor'm College benutzen können, stattdessen sind wir zwei Haltestellen weiter gelaufen) und man hat uns leider die falsche Richtung gesagt. Trotzdem haben wir den richtigen Bus ausfindig machen können. Allerdings ist das irische Bussystem sowas von total kompliziert und umständlich, dass ich da wohl noch mindestens ein Trimester brauchen werde, um wenigstens die Busse zu kennen, mit denen ich nach Hause komme.

Das mit dem Mieten ist in Irland anscheinend genauso organisiert wie alles andere. Eigentlich haben wir nur so einen Zettel mit Verhaltensregeln bekommen (von denen die meisten ohnehin alleine aus gesundem Menschenverstand klar sind), die Kaution bezahlt (wenigstens die haben wir quittiert bekommen) und beschlossen Sonntag morgen einzuziehen. Sonntag bekommen wir dann wohl noch ein Buch, in dem wir unsere Miete quittiert bekommen (die wir wöchentlich bar zahlen...) und müssen noch unsere Heimatadressen angeben, damit unsere Vermieterin weiß, an wen sie sich wenden muss, falls etwas passiert.

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In Irland geht alles streng geregelt zu!

Wir haben dann beschlossen um 21.20 Uhr zu Fuß zurück zum College zu laufen, um mal zu gucken wie sicher das spät abends so aussieht. Den Weg, den wir genommen haben, möchte ich alleine nicht unbedingt nehmen, weil da doch schon ziemlich viele Ausländer rumgelaufen sind (okay, ich bin ja selber einer...). Aber die meiste Strecke sah eigentlich ganz annehmbar aus. Und es liegt ja auch direkt am Griffith College, die Studenten müssen ja abends auch irgendwie nach Hause kommen.

Zurück im College haben wir dann angemeldet, dass wir Sonntag ausziehen wollen. Und weil man im Voraus bezahlen muss und wir beide für zwei Wochen gezahlt hatten, aber nur 4 bzw. 5 Tage geblieben sind, haben wir richtig schön viel Geld zurück bekommen.

Heute war "Dublin Culture Night 2007" und man konnte sich das "Book of Kells" (http://de.wikipedia.org/wiki/Book_of_Kells) und den "Long Room" (http://www.tcd.ie/Library/heritage/longroom.php) umsonst ansehen, die beide auf dem Campus sind. Diese Chance haben wir genutzt und noch kurz dort rein geschaut (sie waren kurz davor zu schließen, also war es ein relativ kurzer Besuch). Das Buch war beeindruckend, die ganzen Illustrationen müssen so ewig lange gedauert haben, weil sie unglaublich detailliert sind und den Long Room zu betreten war wie in eine andere Zeit einzutauchen und es hat total nach alten Büchern gerochen.

Ich bin dann heute früh ins Bett gegangen, weil die letzen paar Tage unglaublich anstrengen waren. Und ich haben so viel gemacht, dass es mir schon viel länger vor kommt, dass ich hier bin.

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