Montag, 19. November 2007

Stipendiatentreffen in London

Musik: Hey Jude von The Beatles
Gemütsstimmung: Aufgeregt
Aufenthaltsort: London

Das war ein anstrengender Kurztrip, aber London war einfach großartig. Am Freitag morgen bin ich um 3:30h in der früh aufgestanden. Ich bin dann in die Stadt gelaufen, weil so früh noch kein regulärer Bus fährt, wo ich mich mit Christoph getroffen habe. Zum Flughafen sind wir mit dem Airlink gefahren (das ist so ein Shuttle Service von Dublin Bus). Dort hat mich Christoph dann in den Wahnsinn getrieben, weil er alle 5 Minuten auf's Klo musste, Hunger hatte oder den ganzen Flughafen nach einer Smoothie Bar absuchen musste. Trotzdem haben wir es noch pünktlich zum Gate geschafft, wo dann Isabel zu uns gestoßen ist, die noch eher da sein musste als wir, weil sie keinen online check-in gemacht hatte (man darf dann nämlich später kommen).

Um 8:00h sind wir dann los geflogen und haben im Flugzeug den restlichen Schlaf nachgeholt. Vom Flughafen (wir sind nach Gatwick geflogen) sind wir mit dem Zug in die Stadt. Zufälligerweise sind wir an King's Cross Station ausgestiegen, wo Isabel und ich natürlich unbedingt einen kurzen Ausflug nach Gleis 9 3/4 machen mussten (völlig zum Unverständnis von Chris, der Harry Potter nicht gelesen hat).

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King's Cross Station

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Auf dem Weg zum Hogwarts Express

Das Stipendiatentreffen fand in der Londoner Außenstelle des DAAD statt, die im ehemaligen Botschaftsgebäude der DDR ist. Jedenfalls hatten sie gigantische Kronleuchter und einen roten Teppich auf der Treppe. Für Verpflegung war, wie bisher auf allen DAAD Treffen, gesorgt. Den ganzen Nachmittag gab es Vorträge (u.a. vom Stellvertreter der deutschen Botschaft in London) und Workshops.

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Isa und ich auf dem Balkon der "DDR-Botschaft"

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Dekadent auf dem roten Teppich

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Meine neue Wohnzimmer Beleuchtung

Abends ging es dann in den Pub. Danach habe ich noch mit Isa, Nico (bei dem wir übernachtet haben) und zwei weiteren Stipendiaten einen nächtlichen Themse Spaziergang gemacht.

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Die Themse (die, wie Isa feststellen musste, viel größer als der Liffey ist)

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St. Paul's Cathedral über die Millenium Bridge photographiert

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Das Globe Theater

Um etwa 3 Uhr waren wir dann todmüde im Bett und Nico hat uns noch eine Gute-Nacht-Geschichte über einen Brief vom Elefanten an die Schnecke, die auf dem Dach der Schnecke tanzen wollten, vorgelesen.

Um 9 Uhr am nächsten morgen mussten wir dann schon wieder raus, weil wir eine Westminster Walking Tour gemacht haben. London ist schon eine Nummer größer als Dublin.

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Der Big Ben

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Westminster Abbey

Danach war der gemeinsame Teil des Treffens vorbei und Chris und ich haben erstmal einen Pub aufgesucht, um dort Mittag zu essen. Wir sind in einem total urigen Pub gelandet, der total English aussah, wo es aber hauptsächlich asiatisches Essen gab und Frank Sinatra Musik gespielt wurde. Ich hab mich mal an Fish & Chips versucht und zu meiner Überraschung hat es sogar gut geschmeckt (ich dachte immer das sei eklig).

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Fish & Chips im Pub

Anschließend haben wir noch kurz in die National Gallery reingeschaut (ich habe jetzt die Sonnenblumen von Van Gogh schon zwei mal gesehen, in Philadelphia hingen die auch rum) und haben ein wenig shopping in der Oxford Street eingeschoben (wo ich das allertollste Kleid bei Esprit anhatte, aber das gab es leider nicht mehr in meiner Größe). Dann mussten wir auch schon wieder zurück zum Flughafen.

Als ich um 22.30 Uhr zuhause ankam, wollte ich nur noch erschlagen ins Bett fallen, nur um fest zu stellen, dass Rachael gerade eine Party feierte, um die ich natürlich nicht herum kam. Nach einer weiteren Gute Nacht Geschichte und viel Überzeugungsarbeit, die es brauchte um Rachael ins Bett zu bekommen (und drei Männer *g*) - wir wollen da jetzt nicht näher drauf eingehen, konnte ich um 1h dann endlich schlafen gehen.

Noch mehr London Bilder gibt es hier.

Ich habe jetzt eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum ich lieber rothaarig als blond bin: Blondinen machen Männer dümmer.
Die meisten Männer sind eh schon dumm genug, Gott bewahre wenn sie sich noch dümmer anstellen, nur weil ich blond bin!

Und noch eine gute Nachricht für all diejenigen, die sich bei mir immer über das deutsche Wetter beschwert haben, in der Hoffnung, dass das irische noch schlechter ist, und die dann von mir immer nur zu hören bekommen haben, dass es eigentlich schön ist: Es regnet nun schon seit drei Tagen. Die ganze Zeit.


"Not all those who wander are lost."
J.R.R. Tolkien, aus "Lord of the Rings"

Mittwoch, 14. November 2007

Alles kaput

Musik: The Scientist by Coldplay
Gemütsstimmung: krank und gestresst aber glücklich
Aufenthaltsort: Bett, Labor

Die Woche nach meinem letzen Post habe ich so ziemlich im Bett verbracht. Weil ich mich in den ersten paar Tagen nicht lange genug konzentrieren konnte, um irgend etwas Gescheites zu tun, habe ich lauter Jane Austen und andere Frauenfilme geguckt. Hatte sehr tolle Fieberphantasien mit Mr. Darcy!

Nun geht es mir schon wieder besser, auch wenn dieser verdammte Schnupfen echt hartnäckig ist. Diese Woche ist Laborpraktikum und Montag hat schonmal gut angefangen... Weil ich keinen Kittel mehr hatte (mein letzter musste vor über einem Jahr sein Leben durch eine Ethidiumbromid-Dusche lassen und danach hatte ich nur Leihkittel) musste ich mir noch einen besorgen. Letze Woche hatten sie aber nur noch Kittel ab Größe L aufwärts. Da mir aber versprochen wurde, dass diesen Montag neue kommen, bin ich Montag morgens vorm Praktikum in den Uni-Shop. Leider hatten sie noch keine da. Dort habe ich dann aber meine Kommilitonin Caroline getroffen, die auch noch einen Kittel brauchte. Wir sind dann mit dem Bus ins University College Dublin (UCD) gefahren, wo es angeblich welche geben sollte. Dort haben wir uns dann erst einmal verlaufen und wurden zu fünf verschiedenen Shops geschickt, bevor dann endlich erfolgreich waren. Das Ganze hat wahnsinnig lange gedauert und es war abzusehen, dass wir es niemals pünktlich ins Praktikum schaffen würden. Caroline war schon ganz verzweifelt. Wir sind dann zur Bushaltestelle gelaufen, wo wir gleich mal den ersten Bus verpasst haben, weil er keine Nummer dran stehen hatte. Wir haben in der Uni angerufen, um zu sagen, dass wir uns verspäten. Am Telefon wurde uns dann mitgeteilt, dass sowieso im ganzen Institut und im Krankenhaus der Strom ausgefallen sei und sie nur rumsäßen, wir uns also keine Sorgen machen bräuchten. Mit dem nächsten Bus sind wir dann in die Stadt zurück und mit dem Taxi ins Institut.

Dort war immer noch alles dunkel und wir haben uns den Wartenden angeschlossen. Nach einer halben Ewigkeit haben wir dann beschlossen, unsere PCRs einfach zusammen zu pipettieren. Dann kam jemand rein und sagte, wir sollen das Gebäude evakuieren. Ich fand zwar, dass "evakuieren" ziemlich dringlich klingt, aber wir haben trotzdem noch in Ruhe zu Ende pipettiert. Dann sind wir in die Cafeteria gegenüber gegangen und haben bis zwei Uhr Kaffee getrunken, in der Hoffnung das bis dahin der Strom wieder an sei. Kurioserweise, hatte die Cafeteria Strom. (Man muss einfach Prioritäten setzen...) Diese Hoffnung erwies sich allerdings als vergebens und wir sind dann nach Hause gegangen.

Dort gab es dann die nächste Überraschung: Im ewigen Kampf mit den Problemen in der Wasserinstallation gab es diesmal die Variante "die Heizung geht nicht", zur Abwechslung mit der Variante "die Dusche ist kalt". Ich bin dann in den Reading Room gegangen, weil es zuhause einfach zu kalt war zum Lernen.

Wer jetzt meint, dass das Institut für Molekulare Medizin und das Haus wo ich wohne alte Bruchbuden seien, liegt falsch. Das Institut ist erst vor ein paar Jahren eingeweiht worden und hochmodern, etwa zu vergleichen mit dem GZMB in Göttingen (nur ein bisschen teuere Technik und größer) und mein zuhause ist ein wirklich schönen, gut gepflegtes Haus.

Dienstag haben wir dann endlich mit dem Praktikum angefangen. Ich muss sagen, dass ich schon so viel Praktikum gemacht habe, dass das, was wir machen nicht wirklich informativ ist. Abends hatten Rachael und ich dann eine Lernsession in der Küche:

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Lernsession

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"Mansize" tissues für extra laufende Nasen

Heute war ich dann mit fast meinem ganzen Kurs beim Italiener essen. Leider hatte ich meinen Photoapparat vergessen. Wir haben einen wirklich tollen Kurs mit netten Leuten und ich muss schon wieder sagen, wie toll es mir hier gefällt! (Sorry.)

Übermorgen geht es bis Samstag abend zum DAAD Treffen nach London. Ich bin schon ganz aufgeregt!

Freitag, 2. November 2007

Hallowe'en

Musik: All Souls Night von Loreena McKennitt
Gemütsstimmung: Krank
Aufenthaltsort: Im Bett

Meine Mutter hat sich beschwert, dass mein Schriftdeutsch immer schlechter würde, je länger ich in Irland bin. Das könnte daran liegen, dass ich den ganzen Tag nur Englisch spreche, lese, höre und schreibe. Leider hat Miffi, die ich sonst immer Sachen Korrektur lesen lasse, weil sie der größte Grammatikfetischist ist, den ich kenne (in einem positiven Sinne), gerade auch viel zu tun und keine Zeit meine ganzen Einträge zu korrigieren. Falls sich also jemand anders freiwillig für diese Aufgabe melden möchte, immer her damit!

Am Dienstag war ich den ganzen Tag auf einer Konferenz des DMMC (Dublin Molecular Medicine Institute) und Wyeth Biopharma. Das war sehr informativ und so weiß ich auch endlich mal, was man in der Industrie so arbeiten kann als Molekularmediziner...
Mittendrin hatten wir einen Feueralarm, das war sehr unterhaltsam. Wir waren ohnehin schon eine halbe Stunde hinter dem Zeitplan (uns das war die erste Session des Tages) und dann machen sie auch noch einen Probealarm. Erstmal sind alle sitzen geblieben, bis ein Mann vom Sicherheitsdienst reinkam und darauf hingewiesen hat, dass ja Feueralarm sei. (Doh!!!!) Wir haben dann evakuiert und waren danach noch viel später dran. Wenn es ein richtiges Feuer gewesen wäre, dann wären wir sicher alle verbrannt.

Mittwoch war dann Hallowe'en, was ich natürlich feiern musste, auch wenn ich Donnerstag Vorlesungen hatte. Rachael und ich waren auf der Hallowe'en-Party der Biological Society. Weil ich der (irrigen) Meinung war, dass man sich gruselig verkleiden muss, bin ich als gestorbene Krankenhauspatientin gegangen. Alle anderen waren dann eher so als Fee oder Engel verkleidet. Rachael war Eva, das war ein wenig skandalös... Das kreativste Kostüm, dass ich gesehen habe, war wohl eine Gallenblase.

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Eine Leiche

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Rachael hat den ganzen Abend Männer verführt in Äpfel zu beißen; hier den armen Hulk

Und nun liege ich leider krank mit einer Grippe im Bett. Das musste ja so kommen, nachdem alle Welt um mich herum permanent gehustet und genießt hat! Wer also Taschentücher, Halsschmerztabletten, Aspirin oder Muttis Hühnersuppe übrig hat, möchte die doch bitte an mich schicken!