Gemütsstimmung: krank und gestresst aber glücklich
Aufenthaltsort: Bett, Labor
Die Woche nach meinem letzen Post habe ich so ziemlich im Bett verbracht. Weil ich mich in den ersten paar Tagen nicht lange genug konzentrieren konnte, um irgend etwas Gescheites zu tun, habe ich lauter Jane Austen und andere Frauenfilme geguckt. Hatte sehr tolle Fieberphantasien mit Mr. Darcy!
Nun geht es mir schon wieder besser, auch wenn dieser verdammte Schnupfen echt hartnäckig ist. Diese Woche ist Laborpraktikum und Montag hat schonmal gut angefangen... Weil ich keinen Kittel mehr hatte (mein letzter musste vor über einem Jahr sein Leben durch eine Ethidiumbromid-Dusche lassen und danach hatte ich nur Leihkittel) musste ich mir noch einen besorgen. Letze Woche hatten sie aber nur noch Kittel ab Größe L aufwärts. Da mir aber versprochen wurde, dass diesen Montag neue kommen, bin ich Montag morgens vorm Praktikum in den Uni-Shop. Leider hatten sie noch keine da. Dort habe ich dann aber meine Kommilitonin Caroline getroffen, die auch noch einen Kittel brauchte. Wir sind dann mit dem Bus ins University College Dublin (UCD) gefahren, wo es angeblich welche geben sollte. Dort haben wir uns dann erst einmal verlaufen und wurden zu fünf verschiedenen Shops geschickt, bevor dann endlich erfolgreich waren. Das Ganze hat wahnsinnig lange gedauert und es war abzusehen, dass wir es niemals pünktlich ins Praktikum schaffen würden. Caroline war schon ganz verzweifelt. Wir sind dann zur Bushaltestelle gelaufen, wo wir gleich mal den ersten Bus verpasst haben, weil er keine Nummer dran stehen hatte. Wir haben in der Uni angerufen, um zu sagen, dass wir uns verspäten. Am Telefon wurde uns dann mitgeteilt, dass sowieso im ganzen Institut und im Krankenhaus der Strom ausgefallen sei und sie nur rumsäßen, wir uns also keine Sorgen machen bräuchten. Mit dem nächsten Bus sind wir dann in die Stadt zurück und mit dem Taxi ins Institut.
Dort war immer noch alles dunkel und wir haben uns den Wartenden angeschlossen. Nach einer halben Ewigkeit haben wir dann beschlossen, unsere PCRs einfach zusammen zu pipettieren. Dann kam jemand rein und sagte, wir sollen das Gebäude evakuieren. Ich fand zwar, dass "evakuieren" ziemlich dringlich klingt, aber wir haben trotzdem noch in Ruhe zu Ende pipettiert. Dann sind wir in die Cafeteria gegenüber gegangen und haben bis zwei Uhr Kaffee getrunken, in der Hoffnung das bis dahin der Strom wieder an sei. Kurioserweise, hatte die Cafeteria Strom. (Man muss einfach Prioritäten setzen...) Diese Hoffnung erwies sich allerdings als vergebens und wir sind dann nach Hause gegangen.
Dort gab es dann die nächste Überraschung: Im ewigen Kampf mit den Problemen in der Wasserinstallation gab es diesmal die Variante "die Heizung geht nicht", zur Abwechslung mit der Variante "die Dusche ist kalt". Ich bin dann in den Reading Room gegangen, weil es zuhause einfach zu kalt war zum Lernen.
Wer jetzt meint, dass das Institut für Molekulare Medizin und das Haus wo ich wohne alte Bruchbuden seien, liegt falsch. Das Institut ist erst vor ein paar Jahren eingeweiht worden und hochmodern, etwa zu vergleichen mit dem GZMB in Göttingen (nur ein bisschen teuere Technik und größer) und mein zuhause ist ein wirklich schönen, gut gepflegtes Haus.
Dienstag haben wir dann endlich mit dem Praktikum angefangen. Ich muss sagen, dass ich schon so viel Praktikum gemacht habe, dass das, was wir machen nicht wirklich informativ ist. Abends hatten Rachael und ich dann eine Lernsession in der Küche:

Lernsession

"Mansize" tissues für extra laufende Nasen
Heute war ich dann mit fast meinem ganzen Kurs beim Italiener essen. Leider hatte ich meinen Photoapparat vergessen. Wir haben einen wirklich tollen Kurs mit netten Leuten und ich muss schon wieder sagen, wie toll es mir hier gefällt! (Sorry.)
Übermorgen geht es bis Samstag abend zum DAAD Treffen nach London. Ich bin schon ganz aufgeregt!
1 Kommentar:
Na das hört sich ja ganz spaßig an ;-) Ich würd die nächsten Tage auf alle Fälle nur noch mit Taschenlampe rumlaufen :-D
Wünsche dir viel Spaß in London, wo die Stromversorgung hoffentlich besser funktioniert.
Gruß aus Stuttgart,
Nils
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