Gemütsstimmung: Urlaubslaune
Ort: City, Gefängnis, Brauerei, Howth
Die Julia hat mich am Wochenende besucht und daher habe ich es tatsächlich mal geschafft ein bisschen was von Dublin zu sehen und sogar raus aus der Stadt zu kommen!
Am Freitag Abend ist Julia angekommen und wir sind ein bisschen spazieren gegangen; anschließend haben wir uns einen gemütlichen Abend gemacht, da wir beide ziemlich müde waren. Mit Popcorn haben wir uns vor den Fernseher gehauen und auf den Vorschlag meines Mitbewohners hin "Black Books" geguckt, eine Comedy-Serie über einen Iren, der einen Buchladen in England hat und ständig betrunken ist. Sehr empfehlenswert!
Am Samstag sind wir dann morgens ein bisschen in die Stadt gegangen, bevor wir gegen späten Mittag hin zum Kilmainham Gaol http://en.wikipedia.org/wiki/Kilmainham_Gaol gefahren sind. Das Gefängnis ist ein Museum, wo viele wichtige Persönlichkeiten der irischen Geschichte einmal gesessen haben. Es ist quasi Pflicht dort einmal gesessen zu haben, wenn man in Dublin eine große Straße oder eine Eisenbahnstation nach sich benannt haben möchte. Es war sehr interessant und ist unbedingt zu empfehlen dort einmal hinzugehen, wenn man sich für irische Geschichte auch nur ein klitzekleines Bisschen interessiert.

Julia hinter Gittern



Auch ich bin im Gefängnis

Erschreckende Erkenntnis: die Zellen sind
größer als mein Zimmer


Anschließend haben wir die aller touristischste Attraktion in Dublin überhaupt besucht (noch touristischer als das Book of Kells): das Guinness Storehouse.

Laut meiner Mitbewohnerin wäre es vor kurzem fast verkauft worden, aber nach einem lauten Aufschrei der Öffentlichkeit wurden zwei andere Werke verkauft. Die Absatzzahlen sind nämlich in letzter Zeit rückläufig. Also immer schön Guinness trinken!

Sláinte!
Der Eintritt war schon ein bisschen hoch, aber dafür gab es im Anschluss noch ein Pint in der Gravity Bar und man konnte die Aussicht über die ganze Stadt genießen.

Ausblick vom Storehouse
Abends, nach dem ich wieder etwas nüchterner war (das Problem bei Guinness ist immer, dass es in halbliter Gläsern kommt und schon nach 30 Minuten nicht mehr schmeckt), sind wir noch ins Abbey Theatre gegangen, wo wir uns eine Vorpremiere von "The Brothers Size" angesehen haben. Die Geschichte war eher nicht so der Renner, aber es war sehr cool aufgezogen, mit einem Schlagzeuger, der fast die ganze Zeit über im Hintergrund gespielt hat und nur drei Schauspielern auf der Bühne, die fast komplett ohne Bühnenbild und Requisiten ausgekommen sind (bis auf ein bisschen Sand). Auch die Einwürfe der Regieanweisungen, in denen sie erklärt haben was sie machen, waren cool.
Am Sonntag sind wir dann nach Howth gefahren, einer kleinen Hafenstadt nördlich von Dublin, wo wir uns das Castle angesehen haben (vor dem der kleine Prinz mit seinen Hunden spielte - das Castle ist nämlich noch bewohnt) und einen ausgiebigen Küstenspaziergang gemacht haben. Und das Wetter war so schön, dass ich mir sogar einen leichten Sonnenbrand im Gesicht eingefangen habe!





Frau H. macht es sich bequem


Die schöne Natur inspirierte Julia dazu meine Haare zu verschönern


Völlig überraschend sah ich diese Plakette an einem Haus, die besagte, dass der mir liebste aller irischen Poeten hier gewohnt hat. Dies führte bei mir sofort zu beschleunigtem Pulsschlag und zum mentalen zitieren von Lyrik, zumal wir vorher im Museum einiges über Maud Gonne gesehen hatten:
Why should I blame her that she filled my days
With misery, or that she would of late
Have taught to ignorant men most violent ways,
Or hurled the little streets upon the great,
Had they but courage equal to desire?
What could have made her peaceful with a mind
That nobleness made simple as a fire,
With beauty like a tightened bow, a kind
That is not natural in an age like this,
Being high and solitary and most stern?
Why, what could she have done, being as she is?
Was there another Troy for her to burn?
und
Had I the heavens' embroidered cloths,
Enwrought with golden and silver light,
The blue and the dim and the dark cloths
Of night and light and the half-light,
I would spread the cloths under your feet:
But I, being poor, have only my dreams;
I have spread my dreams under your feet;
Tread softly, because you tread on my dreams.
(Schatz, schreib mir bitte auch sofort ein tolles Gedicht!)



Die gelben Blumen (Birds-foot trefoil = gemeiner Hornklee)
riechen wie Kokos.



Howth Castle

Howth Castle

Bei so schönem Wetter gab's ein Eis, oben auf dem Steg,
wo es ganz schön windig und kalt war.

Aber unten an der Mauer war es dann ganz schön warm
Abends waren wir im guten alten Bleeding Horse:

Montag war Julia noch mit in der Uni und hat sich unseren tollen Bioinformatics-Kurs angeguckt, der 30 Minuten zu spät angefangen hat, weil der Dozent es nicht hinbekommen hat, den Computer hochzufahren und den Projektor zu starten - klassisch. Hugh hat sich dann irgendwann erbarmt und dies mit einem einzigen Knopfdruck erledigt.
P.S.: Ein richtiges Photoalbum folgt später.







